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Westfalenpost am
02.11.2005
Aufstand
um den "Ennepe-Bogen"
(kini) In breiter Mehrheit
standen die Ratsmitglieder bisher hinter dem "Ennepebogen" -
bis zur letzten Hauptausschusschusssitzung. In der nichtöffentlichen
Vorlage zum Ausschuss konnte die Verwaltung erstmals konkrete Kosten
nennen, und diese Summe rief FWG, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zum
Aufstand.
Damit ist
ein Großprojekt in die Diskussion geraten, das sich seit vier Jahren
großen Wohlwollens erfreute. Auch beim Land NRW. "Besonders,
weil die Investition öffentlichen Gelder ein Mehrfaches an
Privatinvestitionen nach sich zieht", stellte es 2,5 Mio. Euro im
Rahmen des "Stadtumbau West" in Aussicht.
Die
Sparkasse errichtet im im Frühjahr für 3,5 Mio. Euro ein
Dienstleistungszentrum mit Veranstaltungssaal, der Bauverein will für
"Wohnen an der Ennepe" mehr als die Gesamtsumme von 8,5 Mio.
Euro in die Hand zu nehmen - vorausgesetzt, die Stadt gestaltet den
Park.
Workshop,
Gutachten, Ausstellung, Wettbewerb, Ausschreibung: Viel ist an
Vorbereitung und Öffentlichkeit seit 2001 geschehen. Jetzt stehen
Grundstückskäufe an, die aus haushaltstechnischen Gründen noch in
diesem Jahr getätigt werden müssen. Und es steht erstmals die Summe
von 8,5 Mio. Euro im Raum, wovon die Stadt 5 Mio. Euro trägt. Diese
Gesamtsumme schluckten die Sprecher von FWG, Bündnis 90/Grüne und
FDP nicht und beriefen sich auf ihre Verantwortung als Ratsmitglieder.
Rüdiger Völkl,
FWG, forderte im Hauptausschuss erfolgreich die Absetzung dieses
Punktes im nichtöffentlichen Teil und stattdessen Information der Öffentlichkeit.
"Falsche
Verschwiegenheit und Teilwahrheiten" wirft Grünen-Sprecher
Andreas Bornemann der Verwaltungsspitze in seinem Leserbrief vor, denn
die Kosten seien von Schätzungen über 4,5 Mio. in 2004 auf 6,5 Mio.
in 2005 und jetzt 8,5 Mio. gestiegen. Außerdem werde die Zuschusshöhe
nur ungenau angegeben.
Gemeinsam
mit Heiko Schack, FDP, luden Rüdiger Völkl und Andreas Bornemann zur
Pressekonferenz. Fazit: Rüdiger Völkl lehnt das Projekt zum jetzigen
Zeitpunkt aus wirtschaftlichen Gründen komplett ab. Als die FWG
zustimmte, habe es noch kein Haushaltssicherungskonzept gegeben.
Heiko
Schack, FDP, schließt sich dieser Meinung an, denn selbst eine
kostensenkende Teilvermarktung verspreche nicht den erforderlichen
hohen Gewinn.
Andreas
Bornemann von den Grünen, erinnerte an das Konzept der CDU, die eine
Teilbebauung des Parks gefordert hatte, und sieht in diesem
kostensenkenden Kompromiss eine Lösung. Er sprach sich ebenfalls für
eine umfassende Information der Bürger aus, was auch in einer
Ratssitzung geschehen könne. Rüdiger Völkl stellte hingegen den
Antrag auf eine informierende Einwohnerversammlung.
Der plötzliche
Aufstand der kleinen Parteien nach soviel Beratungen und Beschlüssen
stieß in der Verwaltungsspitze auf einige Verwunderung. Sie fragt,
warum erst jetzt, wo es schon vorher genug Zeit und Informationen gab,
um Einwände hervorzubringen.
Verärgert
weist Bürgermeister Claus Jacobi den Vorwurf der Geheimniskrämerei
und Unwahrheit zurück: "Dieses Projekt ist immer öffentlich
diskutiert worden, das wird auch so bleiben." Dass ein Grundstückskauf
nichtöffentlich beraten wird, verlangt die Kommunalordnung zwingend,
weil es sich um persönliche Belange Dritter handelt. Auch die
Kostendarstellung habe Details über Dritte beinhaltet. Vom
"Durchwinken des Projektes im nichtöffentlichen Teil durch die
großen Parteien" könne keine Rede sein. Jedes Ratsmitglied ist
mit der Kommunalordnung vertraut.
Claus
Jacobi: "Größter politischer Gegner sind nicht die kleinen
Parteien, sondern der demographische Faktor. Ich habe versprochen,
jedes Jahr 200 Einwohner zu gewinnen, und in diesem Dienst steht auch
der Ennepe-Bogen."
Auch in
diesem Jahr können wir dem Zahlenwerk nicht zustimmen, da die
Finanzierung des Vermögenshaushaltes nicht gesichert ist.
Hier
wird Geld verplant, was nicht vorhanden ist.
Unserer
Meinung nach sind die Ansätze für die Einnahmen aus
Grundstücksverkäufen viel zu hoch. Im vergangenem Jahr waren 950 T
Euro geplant, wovon lediglich 340 T Euro realisiert werden
konnten.
planes nach sich.
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