F r e i e    W ä h l e r g e m e i n s c h a f t   G e v e l s b e r g

redpoint.gif (808 Byte)    S c h w i m m b a d k o s t e n    l a u f e n   a u s   d e m   R a h m e n

18. August 2000

In einer jüngsten Ratsvorlage, die den Stadtvertretern zugestellt wurde, soll die Bereitstellung weiterer Mittel für die Modernisierung des Sport- und Freizeitbades Schwimm-In-Gevelsberg beschlossen werden.

Bisher waren Mittel in Höhe von 16.025.000,-DM bereitgestellt worden, die nun durch Unvorhergesehenes [!] = 284.600,-DM, Attraktivitätssteigerung = 785.900,-DM, Sonstiges = 64.500,-DM und weitere mögliche [!] Mehrkosten = 765.000,-DM, also insgesamt 1.800.000,-DM überschritten werden.

In der Ratsvorlage wird diese Steigerung mit 2,2% beziffert. Auf diesen geringen Prozentwert kommt man aber nur, wenn man die Kosten für die Attraktivitätssteigerung und die möglichen Mehrkosten [man hofft scheinbar noch, daß sie nicht kommen werden] nicht mit berücksichtigt.

Wir sagen hier aber: HALT!
Dies ist Milchmädchenrechnerei und soll nur über die explodierenden Kosten bei der Hallenbad-Modernisierung hinweg täuschen.

Geht man von den insgesamt nachgeforderten 1,8 Millionen DM aus, errechnet sich eine Kostenerhöhung von über 11%.

Aber selbst diese Rechnung ist geschönt!

Als der Rat - mit damaliger absoluter Mehrheit der SPD - den Startschuss für die Modernisierung des Bades gab, wurden Zahlen in Höhe von rund 11-12 Mio. DM gehandelt.
Man kann an sich davon ausgehen, daß die Zahlen damals niedrig gehalten wurden, um einen klaren Vorteil der eigenen [städtischen] Lösung gegenüber der Lösung des Privatinvestors zu kaschieren.

Aber erinnern wir uns zunächst:
Der Investor wollte in seiner ersten Lösung 28 Mio. einbringen. Nachdem der Rat unbedingt eine 25 % Beteiligung [man wollte an den Bad-Einnahme-Gewinnen (!) mitverdienen] forderte, bezifferte der Investor die nötigen Investitionen für ein rentables [!] Bad mit rund 38 Mio. DM. Dies hätte einen jährlichen städtischen Zuschuss in Höhe von rund 1,8 Mio. DM mit sich gebracht.
Dies wurde dem Rat zu viel und man dankte ab.

Es wurden andere Lösungen entwickelt, Besucherzahlen prognostiziert, es wurde dort gerechnet, dort kalkuliert und schließlich entschied man sich dann für die eigene Lösung mit rund 11-12 Mio. DM.
Laut Kalkulationen des Consulters wäre der jährliche Zuschuss in Grenzen geblieben, ja evtl. gegenüber dem alten Bad sogar gesunken.
Und dies war aufgrund der angespannten Haushaltslage die eigentliche Forderung zu Beginn aller Diskussionen.
Damit konnte doch wunderbar gelebt werden! Das hört sich gut an! Das machen wir!

Doch nach und nach meinte der Consulter [!], zum Glück wurden wir ja beraten, daß diese Summe aber für ein attraktives Bad lange nicht ausreichen würde!
Was hatte der Privatinvestor doch für ein attraktives Bad kalkuliert?
Hier wurde nun die FWG in ihrer Meinung und mahnenden Worten, dass nämlich private 28 Mio. nicht durch städtische 11-12 Mio. DM ersetzt werden können, bestätigt.

Also wurde nachgebessert:
Eine Rutsche für 3,5 Mio. DM [in diesem Preis ist nicht mal die Entsorgung der alten enthalten], eine Empore [die Kosten der dort aufgestellten Solarien werden nun ebenfalls nachgefordert] über dem Schwimmerbecken für rund 180.000,-DM und, und, und ...!
So landete man schließlich bei 16 025 000,-DM!
Wirklich!?

Wie uns die jetzige Ratsvorlage zeigt: Leider nein!!

Nun ja, wir können jetzt leider nichts mehr dran ändern.

Nur noch hoffen, daß die kalkulierten Besucherzahlen auch wirklich kommen.
Und aufpassen, daß wir mit dem neuen Bad in 15-20 Jahren nicht dort stehen, wo wir vor einem Jahre standen.

Aber ein weiteres Großprojekt -mit 10 Jahre alten Kostenermittlungen von 52 Mio. DM - steht uns eventuell noch bevor!
Dabei aber gibt die FWG die Hoffnung nicht auf, daß es soweit nicht kommt.

Rüdiger Völkl


Lesen Sie hierzu auch...

btnup.gif (845 Byte)    Presseartikel der Westfalenpost vom 19.08.00 zu den Kostensteigerungen des Schwimmbades

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