| In einer
jüngsten Ratsvorlage, die den Stadtvertretern zugestellt wurde, soll die Bereitstellung
weiterer Mittel für die Modernisierung des Sport- und Freizeitbades Schwimm-In-Gevelsberg
beschlossen werden. Bisher
waren Mittel in Höhe von 16.025.000,-DM bereitgestellt worden, die nun durch
Unvorhergesehenes [!] = 284.600,-DM, Attraktivitätssteigerung = 785.900,-DM, Sonstiges =
64.500,-DM und weitere mögliche [!] Mehrkosten = 765.000,-DM, also insgesamt
1.800.000,-DM überschritten werden.
In der Ratsvorlage wird diese Steigerung
mit 2,2% beziffert. Auf diesen geringen Prozentwert kommt man aber nur, wenn man die
Kosten für die Attraktivitätssteigerung und die möglichen Mehrkosten [man hofft
scheinbar noch, daß sie nicht kommen werden] nicht mit berücksichtigt.
Wir sagen hier aber: HALT!
Dies ist Milchmädchenrechnerei und soll nur über die explodierenden Kosten bei der
Hallenbad-Modernisierung hinweg täuschen.
Geht man von den insgesamt nachgeforderten
1,8 Millionen DM aus, errechnet sich eine Kostenerhöhung von über 11%.
Aber selbst diese Rechnung ist geschönt!
Als der Rat - mit damaliger absoluter
Mehrheit der SPD - den Startschuss für die Modernisierung des Bades gab, wurden
Zahlen in Höhe von rund 11-12 Mio. DM gehandelt.
Man kann an sich davon ausgehen, daß die Zahlen damals niedrig gehalten wurden, um einen
klaren Vorteil der eigenen [städtischen] Lösung gegenüber der Lösung des
Privatinvestors zu kaschieren.
Aber erinnern wir uns zunächst:
Der Investor wollte in seiner ersten Lösung 28 Mio. einbringen. Nachdem der Rat unbedingt
eine 25 % Beteiligung [man wollte an den Bad-Einnahme-Gewinnen (!) mitverdienen] forderte,
bezifferte der Investor die nötigen Investitionen für ein rentables [!] Bad mit rund 38
Mio. DM. Dies hätte einen jährlichen städtischen Zuschuss in Höhe von rund 1,8 Mio. DM
mit sich gebracht.
Dies wurde dem Rat zu viel und man dankte ab.
Es wurden andere Lösungen entwickelt,
Besucherzahlen prognostiziert, es wurde dort gerechnet, dort kalkuliert und schließlich
entschied man sich dann für die eigene Lösung mit rund 11-12 Mio. DM.
Laut Kalkulationen des Consulters wäre der jährliche Zuschuss in Grenzen geblieben, ja
evtl. gegenüber dem alten Bad sogar gesunken.
Und dies war aufgrund der angespannten Haushaltslage die eigentliche Forderung zu Beginn
aller Diskussionen.
Damit konnte doch wunderbar gelebt werden! Das hört sich gut an! Das machen wir!
Doch nach und nach meinte der Consulter
[!], zum Glück wurden wir ja beraten, daß diese Summe aber für ein attraktives Bad
lange nicht ausreichen würde!
Was hatte der Privatinvestor doch für ein attraktives Bad kalkuliert?
Hier wurde nun die FWG in ihrer Meinung und mahnenden Worten, dass nämlich private 28
Mio. nicht durch städtische 11-12 Mio. DM ersetzt werden können, bestätigt.
Also wurde nachgebessert:
Eine Rutsche für 3,5 Mio. DM [in diesem Preis ist nicht mal die Entsorgung der alten
enthalten], eine Empore [die Kosten der dort aufgestellten Solarien werden nun ebenfalls
nachgefordert] über dem Schwimmerbecken für rund 180.000,-DM und, und, und ...!
So landete man schließlich bei 16 025 000,-DM!
Wirklich!?
Wie uns die jetzige Ratsvorlage zeigt:
Leider nein!!
Nun ja, wir können jetzt leider nichts
mehr dran ändern.
Nur noch hoffen, daß die kalkulierten
Besucherzahlen auch wirklich kommen.
Und aufpassen, daß wir mit dem neuen Bad in 15-20 Jahren nicht dort stehen, wo wir vor
einem Jahre standen.
Aber ein weiteres Großprojekt -mit 10
Jahre alten Kostenermittlungen von 52 Mio. DM - steht uns eventuell noch bevor!
Dabei aber gibt die FWG die Hoffnung nicht auf, daß es soweit nicht kommt.
Rüdiger Völkl
Lesen Sie hierzu auch...
Presseartikel
der Westfalenpost vom 19.08.00 zu den Kostensteigerungen des Schwimmbades
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