| N.L.:
Guten Tag Herr Völkl! Mit Ihrem Boykott der Beratung des Zwischenberichtes der TBGev
haben Sie hohe Wellen im Werksausschuss geschlagen.
R.V.:
Nicht erst nur mit dem Protest, sondern bereits die Antragstellung auf Öffentlichkeit hat
Erstaunen hervorgerufen.
N.L.: Sie sprechen es an:
Ihr Antrag auf Öffentlichkeit. Was hat es mit dem Antrag auf sich?
R.V.:
Bei den Beratungen innerhalb der Fraktion haben wir uns die Frage gestellt, weshalb der
Bericht nichtöffentlich behandelt wird.
Wir
haben einen Punkt in den Erläuterungen gefunden - eine Personalangelegenheit - der eine
Nichtöffentlichkeit begründet hat. Allerdings ist dieser Punkt in unseren Augen so
irrelevant, dass dieser nicht erwähnenswert ist. Dadurch wäre die Öffentlichkeit wieder
möglich.
Wir
vermuten, dass diese Personalangelegenheit erläutert wurde, um eben eine
Nichtöffentlichkeit zu begründen.
N.L.: Also mehr als Mittel
zum Zweck?
R.V.:
Sie sagen es!
N.L.: Warum aber wollen
Sie öffentlich diskutieren?
R.V.:
Wir haben so viele Punkte der Unklarheiten und der Kritik im Bericht gefunden, dass wir
diese nicht hinter verschlossenen Türen diskutiert haben wollten.
Der
Bürger hat ein Recht dazu, die wirtschaftliche Situation eines Betriebes der
öffentlichen Hand offen dargelegt zu bekommen. Schließlich wird dieser Betrieb aus
Steuern und Gebühren, wie Müll-, Abwasser- und Straßenreinigungsgebühren
finanziert.
Neben
bei bemerkt: Jede Aktiengesellschaft macht einen öffentlichen Geschäftsbericht.
N.L.: Interessiert es denn
den Bürger?
R.V.:
Das ist eine andere Frage. Wir als Politiker müssen dem Bürger aber zumindest die
Möglichkeit dazu geben.
Wir
müssen als Politiker für Transparenz sorgen. Denn ansonsten heißt es später, wenn das
Kind in Brunnen gefallen ist: Was habt Ihr denn da gemacht?
N.L.: Sie sprachen von ...viele Punkte der Unklarheiten und der
Kritik im Bericht.... Können Sie dazu nähere Ausführungen machen?
R.V.:
Ich denke eine kleine Auswahl kann ich Ihnen hier geben.
Lassen Sie mich aber vorher
kurz aus dem Abschnitt des Berichts zitieren, aus dem hervorgeht, worum es im Bericht
geht:
"Der
Zwischenbericht soll auf die Entwicklung der Aufwand- und Ertragszahlen im Verhältnis zum
Erfolgsplan eingehen und den Stand der Abwicklung der wichtigsten Vorhaben des
Vermögensplanes und der Inanspruchnahme der dort bereitgestellten Mittel erfassen.
Er
sollte auf wichtige Ereignisse des Berichtszeitraumes eingehen und - soweit gegeben - für
nachhaltige Entwicklungen und Folgen Lösungsvorschläge aufzeigen Zitatende.
Im
Bericht sind also das Jahresbudget, die Istwerte der Ein- und Ausgaben des
Berichtszeitraumes, Hochrechnungen auf das Jahr und
weitere Wirtschaftszahlen der TBGev in einer
Tabelle dargestellt.
In
dieser Tabelle ergab sich uns der Eindruck, dass Felder nicht durchgängig per Formel
berechnet wurden, sondern von Hand editiert wurden. Dies läßt die Glaubwürdigkeit des
Zahlenwerkes sehr start in Frage stellen!
Nach der
Tabelle erfolgen Erläuterungen zu Posten, die erläuterungswürdig sind.
Das ist
der Knackpunkt des vorliegenden Berichts: Erläuterungen dort, wo Sie nötig sind.
Diese
Erläuterungen sind aber unserer Ansicht nach völlig willkürlich und geben
größtenteils keinerlei zusätzliche Infos.
Mal ist
eine Zahl aus der Tabelle einfach nur in Prosa wiedergeben, mal liest man eine Erklärung
wie Der Ansatz wird im Wirtschaftsplan wird leicht überschritten werden.
Das sehe
ich selbst in der Tabelle! Dazu brauche ich keine Erläuterung!
Zum
anderen gehen die Erläuterungen weder auf das Warum und Wie, noch
werden Lösungsvorschläge - siehe Zitat oben - für etwaige Missentwicklungen aufgezeigt.
Außerdem
werden Tabellenwerte, wie z.B. komplett wegfallende Erstattungen, mit keinem Wort der
Erläuterung gewürdigt.
Obwohl
dies noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, als letzter Punkt:
Bei
wichtigen Punkte werden mündliche Erläuterungen in der Ausschusssitzung angekündigt.
Was das heißt ist auch
klar: es werden Erläuterungen gegeben, die nirgends protokolliert werden - wir haben
lediglich Ergebnis-Protokolle der Sitzungen. Und das bedeutet: Worte sind wie Schall
und Rauch, eine spätere Aufarbeitung oder Recherche ist nicht möglich!
N.L.: Und diese Punkte wollen Sie offen
diskutiert haben und aufzeigen?
R.V.: Genau,
damit nach außen klar wird, dass wir unseren Aufgaben, die uns der Bürger übertragen
hat, gerecht werden.
N.L.: Herr Völkl, vielen Dank für das
Gespräch! |