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F W G m i t V o r b e h a l t e n
f ü r " G e l b e n S a c k "
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| 18. April 2002 |
Die
Gevelsberger Müllentsorgung - seit Jahren steigen die Probleme mit der Sammlung der
Leichtstofffraktion, d.h. dem Verpackungsmüll.
Wir kennen alle der Bilder der überquellenden Container-Standorte - und das gerade an den
Wochenenden.Die Mitarbeiter der
Technischen Betriebe (TB Gev) haben kaum die Standorte geleert und gereinigt - kurze Zeit
später das gleiche Bild wie vor der Reinigung.
Leider wird nicht nur Verpackungsmüll in den Containern entsorgt, sondern auch enorme
Mengen an Restmüll.
Der Bundesdurchschnitt pro Einwohner pro Jahr liegt
bei 25-35 kg - in Gevelsberg bei 84 kg.
Ein Gewicht, dass selbst bei sehr fleißigen Sammlern utopisch hoch ist.
Daher will die ARGE - sie nimmt der TB Gev den eingesammelten Müll zur Wiederverwertung
(Recycling ??) ab - den gesammelten Müll, da er nachweislich stark mit Restmüll
verunreinigt ist, nicht mehr gänzlich abnehmen und die entsprechende Entgelte nicht
bezahlen. |

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Sammelstation
an der Berchemallee im Ortsteil Berge |
| Der hohe
Anteil an Restmüll und die hohen Reinigungskosten der Containerstandorte erforderten
bereits im Jahr 2000 einen Zuschussbedarf in Höhe von 164t Euro bei der Entsorgung des
Verpackungsmülls. Um die starke
Verunreinigung einzudämmen, das Stadtbild von überquellenden Containerstandorten zu
befreien und Ungezieferbefall (Nager) an den Standorten zu vermeiden und den hohen
Zuschussbedarf zu senken, will die Verwaltung das Sammelsystem umstellen - vom
"Bringsystem mit Containerstandorten" auf das "Abholsystem mit Gelben
Sack".
Die Freie Wählergemeinschaft begrüßt die
Einführung des Gelben-Sack-Systems - handelt es sich schließlich um das System, was die
FWG bereits 1992 gefordert hatte.
Die Vorschläge der FWG wurden damals leider von der damaligen SPD-Mehrheit abgelehnt.
Diese beharrte auf die Einführung des derzeitigen Systems.
Umso verwunderter, aber auch erfreut, ist die FWG nun
über den Sinneswandel der Genossen:
"Die Sozialdemokraten halten das Gelber-Sack-System, wie es in anderen Städten
erfolgreich praktiziert wird, für die gerechteste, preiswerteste und sauberste
Lösung." (WR 10.04.2002)
Wäre diese Einsicht bereits 1992 vorhanden gewesen,
hätten die Bürgern von Gevelsberg viel Geld gespart. |

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Sammelstation
am Nirgena |
| Obwohl die
FWG die Einführung des Gelben-Sack-Systems begrüßt , sieht sie die Einführung aber
aufgrund der gemachten Erfahrungen nicht so optimistisch wie die SPD. Die FWG ist der Meinung, dass die Probleme in Gevelsberg nicht nur
vom "Bringsystem mit Containerstandorten" hervorgerufen werden.
Vielmehr liegt ein entscheidener Grund im
Gevelsberger Müll-Erfassungssystem - dem Wiege- und Identsystem.
Dabei wird der Müll in Rest- und Bio-Tonne gewogen und gewichtsabhängig berechnet.
Hierin sieht die FWG das Problem, weshalb sich die
Erfolge des "Gelben-Sack-Systems" in anderen Städten nicht auf Gevelsberg
übertragen lassen.
Solange der Bürger seine Müllgebühren durch
weniger Gewicht in seiner/n Tonne/n minimieren kann, wird es immer einige Bürger geben,
die das System umgehen werden.
Sie werden andere Wege der Müllentsorgung suchen und
finden, z.B.:
- Ablagerung an den Container-Standorten.
Diesen Weg soll es offensichlich so nicht mehr geben - aber wer sein Glas, bzw. Papier zum
Container bringt und illegal Müll entsorgen will, wird auch in Zukunft Restmüll dort
abstellen. Die Verunreinigung an den Containern wird zwar abnehmen, aber vollends
verschwinden wird sie nach Meinung der FWG leider nicht.
- Illegale Müllentsorgung in die Landschaft.
Der Hausputz am letzten Wochenende bestätigt dies.
Die Motivation so vieler Bürger zur Mithilfe ist ohne Zweifel ein großer Erfolg der
Organisatoren - an dieser Stelle Gratulation dazu.
Aber von einem Erfolg zu sprechen, wenn ein Jahr nach dem ersten Hausputz, bei dem 22t
Müll gesammelt wurden, erneut über 13t Müll in der Landschaft gefunden werden, ist für
die Freie Wählergemeinschaft widersinnig.
Dies zeigt vielmehr, dass bei einigen Bürger bei dem Gedanken an ihr Portemonnaie alle
Register der illegalen Müllentsorgung gezogen werden, um auf Kosten der Umwelt ein paar
Pfennig zu sparen.
- "Mülltourismus".
Der im Haushalt angefallene Müll wird "günstig" illegal in öffentlichen
Abfallbehältern, beim Arbeitgebern, auf Autobahnparkplätzen, bei Bekannten oder auch
unbekannten in anderen Städten entsorgt.
- Fehlwürfe in den gelben Säcken: Diese Säcke sollen nach Planung der Verwaltung
bei der Sammlung mit entsprechendem Hinweis liegen bleiben. |

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Die
illegale Entsorgung von Sperrmüll bleibt wohl weiterhin ein Problem |
In den der
FWG bekannten Städte mit Gelben-Sack-System, werden die liegengelassenen Säcke von den
Bürgern zurückgenommen und im Restmüll entsorgt. Dieser Restmüll wird aber nicht wie
in Gevelsberg gewogen und belasten den Behälter-Besitzer nicht zusätzlich.
Die FWG befürchtet, dass dies in Gevelsberg aufgrund der zusätzlichen Kosten nicht
passiert. Vielmehr werden die TB Gev die fehlerhaften Säcke später doch abholen müssen,
weil die Säcke von der Straße aus dem Verursacher nicht mehr zugeordnet werden können.Diese und weitere kritische Punkte hat die FWG in der
Werkssausschuss-Sitzung am 16.04.2002 bezüglich der Einführung des Gelben-Sackes
vertreten.
Trotz dieser Punkte wird die FWG der Einführung zustimmen, da sie dennoch darin einen
Schritt zu einer sauberen Stadt und einer Senkung der hohen Kosten bezüglich des
Verpackungsmülls sieht.
Gleichzeitig fordert die FWG aber eine generelle
Überarbeitung der Abfallentsorgung in Gevelsberg.
Beispielsweise tragen die hohen Gebühren bei der Anlieferung von Sperrmüll und
Grünabfallen bei den Technischen Betrieben nicht dazu bei, die illegalen
Müllentsorgungen zu verhindern.
Die Erfahrungen der letzten Jahren zeigen der FWG
darüber hinaus, dass das Duale-System-Deutschland (DSD) in seiner jetztigen Art auf kurz
oder lang zum Scheitern verurteilt ist.
Die vielen guten Ansätze beim Start vom DSD, wie z.B. Herstellung und Vermarktung von
Neuprodukten aus Recyclingmaterial, sind heute kein Thema mehr.
Das DSD ist vielmehr zum Pseudo-Müll-Kreislauf mit zweifelhaften Verbleib des
Verpackungsmülls auf Kosten der Bürger verkommen. |
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